Über die Fujifilm GFX, mein Porträtobjektiv und den bewussten Umgang mit Licht

Paare fragen mich oft, warum ihre Bilder „irgendwie anders“ aussehen: weicher, räumlicher, ein bisschen wie aus einem Film. Die ehrliche Antwort hat viel mit Licht, Geduld und dem Blick für den richtigen Moment zu tun. Und ein Teil der Antwort liegt in meiner Kameratasche.

Alle Bilder in diesem Beitrag sind in der Saison 2026 mit meiner Fujifilm GFX entstanden.

Brautpaar im warmen Gegenlicht der Abendsonne

Erfahrung, die meinen Blick prägt

Seit über 20 Jahren fotografiere ich professionell. Meine erste Hochzeit habe ich vor rund 20 Jahren in Shanghai fotografiert. Dazu kommt Erfahrung in der visuellen Gestaltung seit 2001 sowie meine Arbeit mit Film und Dokumentation.

Diese Erfahrungen prägen, wie ich Licht, Bildaufbau und Menschen wahrnehme. Mittelformat ist dabei ein Werkzeug, mit dem ich diesen Blick umsetze — nicht der Ersatz dafür. Entscheidend bleibt, wann ich auslöse, wie ich euch begleite und welche Bilder eure Geschichte erzählen.

Mittelformat: mehr als eine Megapixelzahl

Meine Fujifilm GFX 50S II hat einen Sensor mit rund 67 Prozent mehr Fläche als eine klassische Vollformatkamera. Diese größere Aufnahmefläche ist der entscheidende Unterschied — nicht eine möglichst hohe Megapixelzahl.

Ich nutze das Mittelformatsystem für die Bildwirkung, die ich an Hochzeitsfotos liebe: fein abgestufte Hauttöne, detailreiche Bilder und Portraits, bei denen ihr euch klar vom Hintergrund abhebt. Dieser Look entsteht im Zusammenspiel aus Sensor, Objektiv, Licht und Bearbeitung. Die Kamera ist mein Werkzeug; wie ich damit euren Tag sehe und gestalte, macht daraus eure Bilder.

Nahaufnahme der Braut hinter ihrem Schleier

Mein Porträtobjektiv

Einen großen Teil des Hochzeitstags fotografiere ich mit dem Fujifilm GF 110mm f/2. Sein Bildwinkel entspricht ungefähr einem 87-mm-Objektiv an einer Vollformatkamera — einer klassischen Porträtbrennweite.

Ich mag daran die Verbindung aus etwas Abstand und Nähe im Bild: Ich kann einen Blick oder eine kleine Geste festhalten, ohne euch mit der Kamera unmittelbar gegenüberzustehen. Bei euren Paarbildern lässt sich der Hintergrund weich zurücknehmen, sodass eure Gesichter und eure Verbindung im Mittelpunkt stehen.

Brautpaar und Gäste während einer Zeremonie im Garten

Vorhandenes Licht, bewusst genutzt

Ich arbeite überwiegend mit dem Licht, das bereits da ist: Fensterlicht bei den Vorbereitungen, gedämpftes Licht in der Kirche oder die Abendsonne beim Paarshooting. Das lichtstarke Objektiv und mein Mittelformatsystem geben mir dafür gestalterischen Spielraum.

Mir geht es nicht darum, um jeden Preis auf einen Blitz zu verzichten. Ich möchte die Atmosphäre erhalten und zugleich gute Bilder machen. Deshalb entscheide ich nach der Situation, welches Licht eurem Moment gerecht wird.

Brautpaar in einer Kirche unter bunten Glasfenstern

Farben mit einer persönlichen Handschrift

Schon beim Fotografieren nutze ich Fujifilms Filmsimulation Astia/Soft als Vorschau. Sie hilft mir, Farben und Stimmung auf dem Kameradisplay einzuschätzen. Die endgültige Gestaltung entsteht anschließend bei der Bearbeitung in Lightroom.

Dabei achte ich auf natürliche Hauttöne, eine stimmige Farbstimmung und eine zusammenhängende Bildserie. Die Rohdateien meines Mittelformatsystems geben mir Spielraum, helle und dunkle Bildbereiche sorgfältig abzustimmen. Es geht nicht darum, euren Tag mit einem Effekt zu überziehen, sondern seinen Charakter in den Bildern zu bewahren.

Bewusst fotografieren — aufmerksam bleiben

Mittelformat ist eine bewusste Wahl, kein Versprechen, dass eine Kamera jede Situation von allein löst. Gerade bei wenig Licht und schnellen Bewegungen zählen Erfahrung, passende Einstellungen und ein aufmerksamer Blick.

Ich beobachte, wie sich eine Szene entwickelt, und achte darauf, wo der nächste Moment entstehen könnte. Gleichzeitig gestalte ich meine Bilder bewusst: mit Licht, Perspektive und einem Bildausschnitt, der das Wesentliche zusammenführt. Technik und Erfahrung arbeiten dabei miteinander.

Bilder, die auch auf Papier wirken

Ein Hochzeitsfoto darf mehr sein als eine Datei auf dem Smartphone. Im Album oder als großer Druck bekommen Gesichtsausdrücke, Stoffe und die Atmosphäre eines Ortes einen anderen Raum.

Meine detailreichen Mittelformataufnahmen bieten dafür eine gute Grundlage. Wenn ihr ein Lieblingsbild groß drucken möchtet, schauen wir gemeinsam auf das gewünschte Format, den Bildausschnitt und das Material. Entscheidend ist ein überzeugendes Ergebnis an eurer Wand — nicht eine möglichst große Zahl auf der Datei.

Brautpaar auf einer Schlossterrasse mit weitem Blick

Neugierig geworden?

Wenn euch dieser Bildstil anspricht, erzählt mir von euren Plänen. Wir besprechen, welche Begleitung zu eurem Tag passt und was euch bei euren Bildern wichtig ist. Ihr könnt das Kontaktformular nutzen oder direkt an montrasio@gmail.com schreiben. Ich melde mich in der Regel innerhalb von 24 Stunden persönlich bei euch.